Die Muse am Hafen
Bei einem Spaziergang entlang der Ribnitzer Hafenpromenade begegnet Ihnen die „Fischländer Muse“ des Bildhauers Reinhard Buch. Die ruhende Bronzeplastik fügt sich in die maritime Umgebung ein und lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten und das Kunstwerk aus verschiedenen Blickwinkeln zu entdecken.

Von der Idee zur Bronze
Die „Fischländer Muse“ ging aus einem begrenzten Wettbewerb zur Gestaltung des Ribnitzer Hafens hervor. Der Entwurf stammt von Reinhard Buch in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Henschel und Webersinke.
Buch entwarf die Figur 2009. Im Auftrag der Stadt Ribnitz-Damgarten wurde sie anschließend in Bronze umgesetzt. Die 85 Zentimeter hohe, 95 Zentimeter breite und zwei Meter lange Plastik entstand in der Kunstgießerei Roman Pecher in Tschechien.

Ein neuer Blickfang wird enthüllt
Am 13. Juni 2012 wurde die „Fischländer Muse“ am Ribnitzer Hafen offiziell enthüllt. Gemeinsam befreiten der Künstler Reinhard Buch, der damalige Bürgermeister Jürgen Borbe und die stellvertretende Stadtpräsidentin Heike Völschow die neue Skulptur von ihrer Hülle.

Eröffnung




Reinhard Buch
Künstlerischer Werdegang
Reinhard Buch wurde 1954 in Erfurt-Bischleben geboren. Nach einer Ausbildung zum Betonfacharbeiter studierte er von 1975 bis 1980 Plastik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und anschließend an der Hochschule für Schöne Künste in Budapest. Seit mehr als 40 Jahren lebt und arbeitet der Bildhauer in Hirschburg.
Im Mittelpunkt seines vielseitigen Schaffens steht immer wieder die menschliche Figur. Buch greift klassische Körperhaltungen auf, verändert und verbindet sie zu neuen Formen. Seine Skulpturen lassen bewusst Raum für persönliche Deutungen. Zu seinen bekannten Arbeiten im öffentlichen Raum gehören neben der „Fischländer Muse“ die „Reife“ am Rostocker Stadtwall, die „Synapsen“ in Gehlsdorf und der „Rote Mann“ am Rostocker Kabutzenhof.
Für sein künstlerisches Schaffen wurde Reinhard Buch mehrfach ausgezeichnet. 1985 erhielt er den Gustav-Weidanz-Preis für Plastik der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle-Burg Giebichenstein. 2021 wurde ihm der Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe für bildende Kunst in Mecklenburg-Vorpommern verliehen.
Seine Worte zum Werk
Bei der Skulptur „Fischländer Muse“ ging es mir darum, eine sinnliche Brücke der Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten zum Fischland durch eine weibliche Skulptur zu herzustellen. Ihr Blick schweift über den Ribnitzer Bodden in Richtung Wustrow. Die Haltung der „Fischländer Muse“ ist den Sonnenbaderinnen am Strand abgelauscht. Sie strahlt Ruhe und Gelassenheit aus.
Die BlackBox in Hirschburg
2013 verwandelte Reinhard Buch einen ehemaligen Kuhstall neben seiner Werkstatt in einen Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst. Zweimal im Jahr präsentiert er in der BlackBox ausgewählte Künstlerinnen und Künstler. Vernissagen, Konzerte und persönliche Begegnungen machen die Galerie zu einem besonderen Kulturort für Gäste aus der Region und darüber hinaus.
Auch eine weitere Fassung der „Muse“ ist dort zu sehen. Die 2011/2016 entstandene Figur wurde von der Eisengießerei Torgelow GmbH in Eisen gegossen und befindet sich im Privatbesitz des Künstlers. Sie misst 93 Zentimeter in der Höhe, 161 Zentimeter in der Länge und 90 Zentimeter in der Breite. Die Figur steht auf einem 30 Zentimeter hohen Betonsockel.

